DPSG & Gemeinde

Sollen alle eins sein?

Eine Vision der Kirchgemeinde ist für mich das Bild des Stammeslagers. Die Sippen und Trupps teilen sich einen Zeltplatz, gehen tagsüber ihre Wege, erleben Abenteuer, starten gemeinsame Aktionen. Abends kommen alle am Lagerfeuer zusammen, erzählen vom Tag, beten und singen gemeinsam.

Heute scheint diese Vision in weite Ferne gerückt, die räumliche und ideelle Distanz zum Kirchturm werden immer größer und scheinen schwerer zu überwinden. Gibt es alternative Visionen? Wie schaffen wir es, vereinzelte christliche Gemeinschaften und kirchliche Orte zu einer sichtbaren, sakramentalen Einheit zusammenzuführen, ohne Individualität einzuschränken und zu vereinnahmen? Wie lassen wir Vielfalt zu und leben aus ihr, ohne dabei unsere Gemeinsamkeiten aus dem Blick zu verlieren?

Wir haben in der DPSG ein großes Potential an christlicher Spiritualität und jugendlicher Sehnsucht nach Gott. Wir brauchen weiter Räume und Gelegenheiten, um dieses Potential mit den anderen Gemeinschaften in der Kirche zu teilen und so voneinander zu lernen, miteinander zu leben. Da, wo Räume und Gelegenheiten verloren gehen, tragen wir mit die Verantwortung, sie wieder zu beleben oder neue zu suchen und zu finden.