Kandidatur

Wo deine Gaben liegen, da liegen auch deine Aufgaben (Spruch zu meiner Firmung)

Als mir Benny (mein Nachfolger als Stammeskurat) Ende 2013 den Link für die Ausschreibung zum Bundeskuratenamt schickte, war mir nicht klar, was ich damit anfangen sollte. Ich habe sie mal aufmerksam gelesen, war überrascht, dass ich im Anforderungsprofil überall gedanklich einen Haken machen konnte, habe mich dann aber höflich bedankt mit dem Hinweis, dass mir der Schritt vom Dekanatsjugendreferenten zum Bundeskuraten doch etwas groß erschien.

Im Sommer 2014 fiel mir auf, dass das Amt vakant geblieben war. Da Benny als Teamer in der Kuratenausbildung über gute Kontakte verfügte, hab ich mal nachgehakt, was da war und ob ich nicht doch kandidieren sollte. So kam eines zum anderen und schließlich ein Gespräch mit Anna und Matthias aus dem Wahlausschuss zustande. Unser erster Eindruck war, dass das persönlich und fachlich passt und ich den Wunsch zu kandidieren weiter verfolgen sollte.

Die Zeit bis zur erneuten Veröffentlichung der Ausschreibung nutzte ich, mich mit der Spiritualität der DPSG und der Lebensgeschichte Baden-Powells zu beschäftigen. Auch wenn ich das irgendwie schon immer wusste, wurde mir jetzt noch mal besonders klar, wie gut meine pfadfinderische Spiritualität zu meiner christlichen Spiritualität passt, sie ihr Ausdruck und Nährboden ist.

Dies habe ich in den „Leitpfaden“ zusammengefasst. „DPSG – Einfach glauben“ und „DPSG & Erzählungen“ haben ihren Ursprung in meiner Beschäftigung mit BP. „DPSG & Partizipation“ und „DPSG & Schöpfung“ speisen sich vor allem aus den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren in meinem Heimatstamm beim Prozess, uns auf unsere pfadfinderischen Wurzeln zu besinnen, gemacht habe. „DPSG & Gemeinde“ ist mein ureigenstes Anliegen, weil wir als Pfadfinderstamm uns lange Jahre mit unserem Pfarrer nicht verstanden haben. Als überzeugter Messdiener und überzeugter Pfadfinder saß ich so oft von meiner Kindheit bis in die Leitertätigkeit zwischen den Stühlen, die Situation war aber schon so eingefahren, dass sich da wenig vermitteln ließ. Als sich das Verhältnis mit einigen Veränderungen im Stamm entspannte und schließlich mit der Einrichtung des Pastoralverbundes ein neuer Pfarrer verantwortlich wurde, bewahrheitete sich, dass Pfadfinderstamm und Gemeinde voneinander profitieren können.

Mit diesen Leitpfaden (noch vorformuliert im Hinterkopf) bin ich im Januar in die Endphase meiner Bewerbung aufgebrochen. Ich wollte prüfen, ob das, was ich an Vorstellungen entwickelt hatte, sich mit der Realität in der DPSG (vor allem auf Bundesebene – die anderen Ebenen kannte ich ja schon gut) vereinbaren ließ. In Gesprächen mit unseren jetzigen Bundesvorsitzenden und mit den Kuratinnen und Kuraten beim Treffen Ende Januar wurde mir aus den Begegnungen und Rückmeldungen klar: Das passt! So kann ich jetzt hier und im Mai bei der Bundesversammlung sagen:

Ich habe mich zur Wahl gestellt.